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Magazin Vorteile höhenverstellbarer Schreibtische + Nutzungstipps

Wer den Arbeitstag am Schreibtisch verbringt, sitzt schnell mehrere Stunden hintereinander. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch macht es leichter, diese langen Sitzphasen zu unterbrechen. Sie können für eine Weile im Stehen weiterarbeiten und später wieder Platz nehmen, ohne dafür den Arbeitsplatz wechseln zu müssen. Das klingt zunächst nach einer kleinen Veränderung. Im Büroalltag macht genau dieser einfache Wechsel aber einen Unterschied.

Inhalt des Beitrags

Vorteile eines höhenverstellbaren Schreibtisches

Bei einem normalen Schreibtisch bleibt die Arbeitshöhe den ganzen Tag gleich. Ein Steh-Sitz-Tisch lässt sich dagegen an die jeweilige Haltung anpassen. Morgens arbeiten Sie vielleicht zunächst im Sitzen. Nach einer längeren Aufgabe fahren Sie die Tischplatte hoch und erledigen die nächsten Arbeiten im Stehen.

Bei elektrischen Modellen dauert die Umstellung nur wenige Sekunden. Viele Tische besitzen Speicherplätze für verschiedene Höhen. Wer seinen Arbeitsplatz regelmäßig verstellt, muss seine Sitz- und Stehposition dann nicht jedes Mal neu suchen.

Arbeiten im Stehen an einem höhenverstellbaren Schreibtisch

Der praktische Nutzen liegt vor allem darin, dass eine starre Haltung leichter unterbrochen wird. Beim Aufstehen verändert sich die Belastung des Körpers. Die Beine arbeiten anders, der Oberkörper richtet sich neu aus und für den Wechsel selbst müssen Sie sich bewegen.

Das bedeutet nicht, dass Sie von nun an möglichst lange stehen sollten. Auch eine über Stunden unveränderte Stehposition ist wenig abwechslungsreich. Sinnvoll ist der Wechsel. Mal sitzen Sie, mal stehen Sie, zwischendurch gehen Sie ein paar Schritte.

Ein weiterer Vorteil zeigt sich an Arbeitsplätzen, die von mehreren Personen genutzt werden. Eine feste Tischhöhe kann für eine Person passen und für die nächste deutlich zu hoch sein. Bei einem höhenverstellbaren Schreibtisch lässt sich die Arbeitsfläche an den jeweiligen Nutzer anpassen.

Das ist zum Beispiel bei wechselnden Arbeitsplätzen praktisch. Wer morgens an einem freien Tisch Platz nimmt, stellt zuerst den Stuhl ein und bringt danach die Tischplatte auf die passende Höhe. Lange Umbauten sind dafür nicht nötig.

Was bei langem Sitzen passiert

Sitzen gehört zur Büroarbeit. Problematisch wird es vor allem dann, wenn sich über einen langen Zeitraum kaum etwas an der Körperhaltung ändert. Man beginnt den Tag aufrecht und rutscht mit der Zeit vielleicht etwas nach vorne. Die Schultern wandern hoch, der Rücken wird rund oder der Kopf bewegt sich näher zum Bildschirm.

Solche Veränderungen fallen während konzentrierter Arbeit oft kaum auf. Erst beim Aufstehen merkt man, dass der Nacken fest geworden ist oder der untere Rücken unangenehm zieht.

Auch die Muskulatur bekommt bei einer sehr ruhigen Sitzhaltung wenig Abwechslung. Deshalb lohnt es sich, längere Arbeitsphasen gelegentlich zu unterbrechen. Dafür reicht oft schon ein kurzer Anlass: aufstehen, ein Dokument holen, Wasser einschenken oder für die nächste Aufgabe den Tisch hochfahren.

Wichtig: Ein höhenverstellbarer Tisch zwingt Sie nicht zur Bewegung. Er nimmt Ihnen aber einen Teil des Aufwands ab. Wenn der Wechsel vom Sitzen zum Stehen direkt am Arbeitsplatz möglich ist, lässt er sich leichter in den normalen Tagesablauf einbauen.

Den höhenverstellbaren Schreibtisch im Alltag richtig nutzen

Wer zum ersten Mal einen Steh-Sitz-Tisch benutzt, muss daraus keine Wissenschaft machen. Stellen Sie zunächst eine angenehme Sitzhöhe ein. Wenn Sie schon eine Weile gearbeitet haben, fahren Sie den Tisch nach oben und arbeiten für einige Minuten im Stehen weiter.

Zu Beginn reichen kurze Stehphasen. Wenn sich zwanzig Minuten angenehm anfühlen, setzen Sie sich anschließend wieder. Nach einiger Zeit entwickelt sich meist ein persönlicher Rhythmus, der zum eigenen Arbeitstag passt.

Bedienfeld eines elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisches

Auch beim Stehen die Haltung verändern

Im Stand passiert schnell dasselbe wie beim Sitzen: Man findet eine bequeme Position und bleibt darin. Besser ist es, das Gewicht gelegentlich von einem Bein auf das andere zu verlagern. Sie können einen Fuß etwas nach vorne stellen oder beim Nachdenken ein paar Schritte gehen.

Es gibt keinen Grund, eine begonnene Stehphase um jeden Preis durchzuhalten. Werden die Beine müde oder fühlt sich die Haltung unangenehm an, fahren Sie den Tisch wieder herunter. Der Arbeitsplatz soll sich an Sie anpassen, nicht umgekehrt.

Stephans Tipp: Verknüpfen Sie das Hochfahren des Tisches mit einer Aufgabe, die ohnehin regelmäßig vorkommt. Telefonate, das Lesen längerer Texte oder eine kurze Planung für den nächsten Arbeitsschritt eignen sich dafür gut. So müssen Sie nicht ständig daran denken, dass Sie eigentlich aufstehen wollten.

Mehr Bewegung während der Arbeit

Ein Steh-Sitz-Tisch ist hilfreich, ersetzt aber keinen Gang durch das Büro oder eine Pause an der frischen Luft. Wer lediglich vom Bürostuhl aufsteht und anschließend zwei Stunden regungslos vor dem hochgefahrenen Tisch steht, hat seine Haltung verändert, bewegt sich aber immer noch wenig.

Mehr Aktivität lässt sich oft ohne zusätzlichen Termin im Kalender unterbringen. Manche Wege entstehen im Büro ohnehin. Statt sämtliche Unterlagen in Griffweite zu lagern, können häufig benötigte Dinge ein paar Schritte entfernt liegen. Auch ein kurzes Gespräch mit einem Kollegen ist eine Gelegenheit, den Stuhl zu verlassen.

Der Bürostuhl bleibt dabei Teil eines guten Arbeitsplatzes. Stehen ist kein Ersatz für bequemes und passend eingestelltes Sitzen. Der Vorteil entsteht gerade dadurch, dass beide Positionen zur Verfügung stehen.

9 Tipps für einen bewegteren Arbeitstag

1 Stehen Sie bei einem Telefonat gelegentlich auf. Bei einem längeren Gespräch können Sie dabei auch ein paar Schritte gehen.

2 Gehen Sie für eine kurze Rückfrage zum Kollegen, wenn dessen Arbeitsplatz in der Nähe liegt. Nicht jede Abstimmung muss über Messenger oder E-Mail laufen.

3 Nutzen Sie den Weg zum Drucker tatsächlich als kleinen Weg. Ein Gerät direkt neben dem Schreibtisch ist bequem, sorgt aber dafür, dass selbst diese paar Schritte wegfallen.

4 Holen Sie sich regelmäßig etwas zu trinken. Damit verbinden Sie eine kurze Arbeitsunterbrechung mit Bewegung.

5 Führen Sie kurze Gespräche im Stehen, wenn dafür kein Bildschirm benötigt wird.

6 Probieren Sie bei einer kleinen Besprechung einen kurzen Spaziergang aus. Das bietet sich an, wenn niemand Notizen am Rechner machen oder Unterlagen ansehen muss.

7 Nutzen Sie das Sortieren von Briefen, Unterlagen oder Material als Stehaufgabe.

8 Fahren Sie den Tisch für Aufgaben hoch, bei denen Sie nicht dauerhaft präzise mit Maus und Tastatur arbeiten müssen.

9 Wenn Sie auf eine Idee warten oder über ein Problem nachdenken, verlassen Sie für ein paar Minuten den Stuhl. Manche Denkpausen lassen sich gut mit einem kurzen Gang verbinden.

Den Arbeitsplatz passend einrichten

Die Höhenverstellung allein macht einen Schreibtisch noch nicht ergonomisch. Entscheidend ist die Einstellung des gesamten Arbeitsplatzes. Beginnen Sie im Sitzen mit dem Stuhl. Die Füße sollten sicher auf dem Boden stehen können, während der Rücken von der Rückenlehne gestützt wird.

Danach kommt die Tischplatte. Lassen Sie die Schultern locker und legen Sie die Unterarme auf der Arbeitsfläche ab. Müssen Sie dabei die Schultern hochziehen, steht der Tisch zu hoch. Müssen Sie sich deutlich nach vorne oder unten beugen, passt die Höhe ebenfalls nicht.

Bei der Stehposition gehen Sie ähnlich vor. Stellen Sie sich aufrecht vor den Tisch und lassen Sie die Arme zunächst locker hängen. Anschließend bringen Sie die Arbeitsfläche auf eine Höhe, bei der Sie Tastatur und Maus ohne hochgezogene Schultern bedienen können.

Der Bildschirm gehört zur Einstellung dazu

Ein ungünstig platzierter Monitor kann eine gute Tischhöhe schnell zunichtemachen. Steht der Bildschirm zu weit seitlich, drehen Sie den Kopf während der Arbeit ständig in dieselbe Richtung. Steht er zu niedrig, neigen Sie den Kopf immer wieder nach vorne.

Wer häufig zwischen Sitz- und Stehposition wechselt, sollte deshalb auch prüfen, ob sich der Bildschirm problemlos anpassen lässt. Ein Monitorarm kann dafür praktisch sein, weil sich Höhe, Abstand und Ausrichtung leichter verändern lassen.

Arbeiten mit dem Notebook

Bei einem Notebook hängen Tastatur und Bildschirm fest zusammen. Stellen Sie das Gerät höher, wandert auch die Tastatur nach oben. Bleibt es flach auf dem Tisch stehen, befindet sich der Bildschirm dagegen vergleichsweise niedrig. Für längere Arbeit am Schreibtisch ist deshalb eine Kombination aus Notebookständer oder externem Bildschirm sowie separater Tastatur und Maus meist angenehmer.

Zusätzliche Unterstützung: Wer im Stehen gelegentlich etwas Unterstützung möchte, kann eine Stehhilfe verwenden. Sie eignet sich vor allem für Tätigkeiten, bei denen Sie länger an einem Steharbeitsplatz bleiben, ohne sich dabei vollständig hinsetzen zu wollen.

Häufige Fragen zu höhenverstellbaren Schreibtischen

Wie lange sollte ich an einem höhenverstellbaren Schreibtisch stehen?

Wenn Sie bisher fast ausschließlich im Sitzen gearbeitet haben, beginnen Sie mit kurzen Stehphasen. Rund 15 bis 20 Minuten können für den Einstieg genügen. Mit der Zeit merken Sie selbst, welche Dauer sich angenehm anfühlt. Wechseln Sie wieder ins Sitzen, sobald das Stehen unbequem wird.

Ist ein höhenverstellbarer Schreibtisch besser als ein normaler Schreibtisch?

Der Unterschied liegt vor allem in der Anpassbarkeit. An einem festen Tisch können Sie nur den Stuhl verändern. Ein höhenverstellbares Modell lässt sich zusätzlich an Ihre Sitzhöhe anpassen und erlaubt das Arbeiten im Stand. Ob Sie diesen Vorteil nutzen, hängt von Ihren Gewohnheiten während des Arbeitstages ab.

Sollte ich den ganzen Arbeitstag im Stehen verbringen?

Nein. Der Zweck eines Steh-Sitz-Tisches besteht gerade darin, die Position regelmäßig wechseln zu können. Stundenlanges Stehen führt wieder zu einer weitgehend gleichbleibenden Haltung. Wechseln Sie deshalb zwischen Sitzen und Stehen und verlassen Sie den Arbeitsplatz zwischendurch für kurze Wege.

Wie hoch muss der Tisch beim Arbeiten im Stehen sein?

Eine feste Zentimeterangabe passt nicht für jede Person. Stellen Sie sich entspannt vor den Tisch und bringen Sie die Arbeitsfläche auf eine Höhe, bei der die Unterarme bequem aufliegen beziehungsweise Tastatur und Maus ohne hochgezogene Schultern bedient werden können. Ihre Körpergröße und Armlänge bestimmen die genaue Einstellung.

Brauche ich bei einem höhenverstellbaren Schreibtisch noch einen ergonomischen Bürostuhl?

Ja, denn ein großer Teil der Arbeit wird weiterhin im Sitzen stattfinden. Der Stuhl sollte sich an Ihre Körpermaße anpassen lassen und eine angenehme Sitzposition ermöglichen. Der Steh-Sitz-Tisch ergänzt diese Einstellung um eine zweite Arbeitsposition.

Autor

Beitrag erstellt von: Stephan Forstmann

Stephan Forstmann schreibt für das Magazin von Büromöbel Experte über Ergonomie, Home Office und die praktische Einrichtung von Arbeitsplätzen. Durch seine Arbeit im Home Office kennt er viele der Fragen, die bei der täglichen Nutzung eines Büroarbeitsplatzes entstehen, aus eigener Erfahrung.

Autor: Stephan Forstmann